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 Loveparade Duisburg

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Sunny1304
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http://www.engel-b.com
BeitragThema: Re: Loveparade Duisburg   Sa Jul 24 2010, 09:08

Bericht aus der Bild.de
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Sunny1304
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http://www.engel-b.com
BeitragThema: Loveparade Duisburg   Sa Jul 24 2010, 09:03

Schon wieder sind Tote zu beklagen. Diesmal auf der Loveparade in Duisburg.

Hier einige Medienberichte:
Zitat :

Dr. Motte gibt den Veranstaltern die Schuld



Kurz nach der Loveparade-Katastrophe werden schwere Vorwürfe
gegen die Veranstalter laut. Der Loveparade-Erfinder spricht von einem
"Skandal".

Der Erfinder der Loveparade, Dr. Motte, hat den Veranstaltern
der Technoparade in Duisburg die Schuld für die Katastrophe mit mindestens 15
Toten gegeben. „Die haben einen krassen Management-Fehler begangen. Wie kann man
denn Menschen nur durch einen einzigen Zugang auf das Gelände lassen. Das ist
ein Skandal“, sagte der DJ dem „Berliner Kurier“.
Für ihn sei die Frage nach der Verantwortung klar. „Die Veranstalter sind
schuld!“ Sie hätten aus „reiner Profitgier“ gehandelt. „Die haben doch gewusst,
dass es voll wird. Was also haben Zäune und Security da zu suchen? Bei nur einem
Zugang.“ Die Katastrophe sei „einfach schrecklich“, sagte der Techno-Guru. „Mein
Mitgefühl gilt den Familien der Toten und den Verletzten.“
Dr. Motte hatte die Liebesparade 1989 gegründet. Weil die Party seiner
Ansicht nach zur „Dauerwerbesendung“ verkam, zog sich der Berliner aber 2006 aus
dem Organisationsteam zurück.
Viele Beobachter werfen den Veranstaltern vor, ein zu kleines Gelände gewählt
zu haben. Das Areal sei eigentlich nur für 350.000 Menschen ausgelegt gewesen.
Ein Augenzeuge: "Man kann nicht mit einer Million Menschen planen und dann ein
Gelände für 350.000 Menschen bereitstellen.“ Anzeige


Der Tunnel zum Loveparade-Gelände hat nach Angaben eines Augenzeugens wie
eine „Falle“ gewirkt. „Überall lagen Menschen auf dem Boden herum. So stelle ich
mir Krieg vor“, sagte ein Augenzeuge dem Nachrichtensender n-tv. Die
Veranstalter seien vermutlich nicht richtig auf die Menschenmassen vorbereitet
gewesen. „Das war programmiertes Chaos.“
Die Polizei hat eine Telefonnummer geschaltet, unter der sich Angehörige
von Opfern informieren können. Hotline: 0203/ 94000


Quelle: www.welt-online.de
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Zitat :

Das Protokoll der Loveparade-Katastrophe



Es sollte eine Party werden – aber ab 17 Uhr nimmt das Drama
von Duisburg seinen Lauf. WELT ONLINE protokolliert den Hergang der
Katastrophe.
Am Morgen: Duisburg erwartet den Ausnahmezustand. 490.000 Menschen
leben hier, zur dritten Loveparade im Ruhrgebiet sollen Hunderttausende Raver
kommen. Der Loveparade-Geschäftsführer Schaller erwartet eine Zuschauerzahl im
Millionenbereich. Nur: Auf das Gelände passen offiziellen Angaben zufolge nur
500.000 Menschen.
14 Uhr: Beginn: Vier Stunden sollen 16 Wagen, sogenannte Floats, mit
wummernden Bässen um die Tribünen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs
ziehen. Für das Ruhrgebiet soll die Loveparade ein Glücksfall werden, man muss
kein Marketingexperte sein, um zu wissen, dass der Werbeeffekt riesig sein
könnte. Mangels Platz gibt es in diesem Jahr erstmals keine Parade durch die
Innenstadt. Die Floats fahren auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs der Stadt
im Kreis um eine alte Abfertigungshalle.
14.30 Uhr: 24 Grad, Blauer Himmel. Klaus, 38, ist mit Freundin Anja,
26, aus Münster zu Loveparade gekommen. Sie ist gut drauf, trägt kurze Hose und
Pelz. „Ich finde den Pelz klasse. Wo sonst, wenn nicht hier, kann man so ein
Teil tragen“, sagt sie.
Die Loveparade in Berlin sei zwar „einen Tacken besser“ gewesen, trotzdem sei
die Liebesparty mitten im Ruhrgebiet eine tolle Sache. „Das ist eine richtig
geile Party“ ruft jemand vom Wagen. Das Wetter erlaubt es, sich mit nacktem
Oberkörper zu präsentieren. Die Raver machen davon ausgiebig Gebrauch.
Dass es eng ist, macht niemandem etwas aus, denn eng, das gehört zum
Massenevent dazu. Auch außerhalb des Geländes tanzen Zehntausende in der
Innenstadt, zappelnde, hektische Körper. Ab und zu schreit einer seine
Begeisterung in die Luft. Das offizielle Motto lautet „The Art Of Love“. Anzeige


Nach dem Umzug sollen Stars wie Tiësto aus den Niederlanden,
„Loveparade“-Legende Westbam – es ist seine letzte Loveparade –, DJ Moguai oder
der House-DJ David Guetta („When Love Takes Over“) zur musikalischen Kundgebung
auflegen. Die Bundespolizei ist mit über 1200 zusätzlichen Polizeibeamten im
Einsatz, um den Besuchern einen sicheren Weg vom Bahnhof zum Partygelände zu
ermöglichen, heißt es. Eigentlich ist alles wie immer bei dem Umzug
15 Uhr: Immer mehr Menschen strömen zum Gelände. In einigen Zügen war
Alkohol schon vor dem Startschuss der Veranstaltung ein Problem. Wodka und Bier
floss in Strömen. Bis zum alten Güterbahnhof müssen die Raver vom Bahnhof aus
einen ordentlichen Fußmarsch durch die Innenstadt zurücklegen.
15.03 Uhr: 1433 Helfer und 59 Notärzte an 30 Hilfestationen müssen
zurzeit noch vor allem Schnittwunden behandeln. Doch immer häufiger hört man die
Sirenen des Notarztes, für die Straßen ist der Ansturm inzwischen zuviel.
15.56 Uhr: Die Stimmung auf dem Gelände wird gereizter. Es ist zu voll
und immer wieder laufen Menschen über die Gleise. Die Besucher müssen in
umliegenden Orten aussteigen und werden mit Bussen zum Gelände gebracht. Der
Hauptbahnhof wird gesperrt. Wer zurückfahren will, und das sind nicht wenige,
wird nicht in den Bahnhof gelassen. Laute Beschwerden. Erste Rempeleien.
16:45 Uhr: Das Veranstaltungsgelände wird wegen Überfüllung
geschlossen. 500.000 wartende Menschen stehen davor und können weder rein noch
zum Bahnhof. Inoffizielle Schätzungen gehen inzwischen von zwei Millionen
Besuchern aus. Die Polizei gibt über Lautsprecher Hinweise an die Teilnehmer und
bittet sie zurück in Richtung Hauptbahnhof zu gehen. Ein Tunnel in der
Karl-Lehr-Straße, vor dem Eingangsbereich des Veranstaltungsgeländes, ist zu
diesem Zeitpunkt einziger Zugang zum Gelände. Niemand kann sehen, dass das
Gelände hinter dem Tunnel abgesperrt ist.
16:50 Uhr: Teilnehmer laufen über die gesperrte Autobahn A.59 – und
dann in den Tunnel in der Karl-Lehr-Straße. Augenzeugen warnen die Polizei vor
der Gefahr, berichtet später die dpa. „Wir standen mittendrin. Es hatten immer
mehr Menschen noch versucht, zum Gelände zu kommen“, sagte der 21-jährige Fabio.

„Wir waren schon durch den Tunnel durch und standen auf dem kurzen Stück vor
dem Eingang. Dort ging es aber nicht weiter.“ Einige seien über Zäune und eine
Leiter geklettert. „Wir sind danach durch den Tunnel zurück. Meine Freundin und
ich haben schon kaum mehr Luft mehr bekommen und haben die Ellbogen ausgefahren,
um noch wegzukommen. Anschließend haben wir die Polizei alarmiert und gesagt,
dass es im Tunnel gleich zur Massenpanik kommen wird.“ Passiert sei aber erst
einmal nichts.
16:57 Uhr: Die Polizei greift durch. 300 Beamte stehen vor dem
Hauptbahnhof.
Ab circa 17 Uhr: Der Tunnel vor dem Partygelände entwickelt sich zum
Nadelöhr. Viele versuchen zur Abschlusskundgebung auf das Gelände zu gelangen.
Andere drücken in Richtung Bahnhof. Es geht weder vor noch zurück. Denen, die im
Tunnel feststecken, geht der Sauerstoff langsam aus. Ein Augenzeuge sagt, von
hinten hätten die Massen gedrückt: „Der Tunnel ließ keine Fluchträume zu.“ Panik
entsteht. Menschen versuchen sich den Weg nach draußen frei zu kämpfen, wer
hinfällt wird überrannt und hat keine Chance mehr.
17:08 Uhr: Twittereintrag eines Besuchers: „sehe ich das richtig, dass
die versuchen 1 million menschen über die 1-spurige! TUNNELSTRAßE!
Karl-Lehr-Straße mit zwischendurch 2 kleinen trampelpfaden hoch zum
veranstaltungsgelände zu führen? also in meinen augen is das ne falle. das kann
doch nie und nimmer gut gehen. wer in essen und dortmund dabei war weiß, wie
groß das gedränge schon auf recht weitläufigen zugangswegen war. das war ne
katastrophe und die wollen ernsthaft den zugang über nen einspurigen TUNNEL
leiten?“ Und weiter: „ich seh schon tote wenn nach der abschlußkundgebung alle
auf einmal über diese mickrige straße das gelände verlassen wollen.“
17:15 Uhr: 15 Menschen stürzen ab, als sie über eine Absperrung im
Tunnel klettern wollten. Ihre Verletzungen, die man später untersuchen wird,
deuten auf Quetschungen des Rückenmarks hin.
17:54 Uhr: Die ersten Agenturen: „Duisburg (ots) – Im Verlauf einer
Massen-Panik im Tunnel der Karl-Lehr-Straße sind nach bisherigen Erkenntnissen
offenbar zehn Personen getötet, zehn Personen reanimiert und etwa 15 Personen
verletzt worden.“
18.00 Uhr: Der Tunnel leert sich nach Angaben von Augenzeugen nur
langsam. Rettungssanitäter sind im Einsatz, reanimieren, können in manchen
Fällen nur den Tod feststellen. Immer wieder starten Rettungshubschrauber von
der nahe gelegenen Autobahn, dort haben sich alle Kräfte gesammelt. Unterdessen
tanzen Hunderttausende weiter auf dem Gelände. Die Feiernden werden zunächst
nicht über das Unglück informiert, um eine weitere Panik zu vermeiden.
Ab circa 18.10 Uhr: Viele Feiernde erfahren per SMS von dem Unglück.
Nach Angaben des WDR war das Handynetz teilweise überlastet. Teilnehmer wurden
nach 18 Uhr aufgerufen, nach Hause zu gehen, trotzdem dröhnte die Musik weiter –
während manche Teilnehmer aggressiv wurden, weil sie nicht mehr auf das Gelände
kamen. Im Norden dröhnt die Musik noch aus den Wagen, sagte der Sprecher des
Malteser Hilfsdienstes. Bis dorthin habe sich die Nachricht von den Todesopfern
am Süden noch nicht verbreitet.
18:23 Uhr: Kevin Krausgartner aus Wuppertal war im Tunnel und
beschreibt die grauenhafte Szenerie: „Das hab ich noch nie erlebt. Da lagen 25
Leute auf einem Haufen. Ich hab geschrien, die Leute haben keine Luft mehr
bekommen. Ich hab Tote gesehen, da saß einer, der war ganz blass, dem wollte ich
Wasser geben. Aber der Sanitäter hat zu mir gesagt, das hat keinen Zweck mehr,
der ist tot.“, sagt er. Und weiter: „Die Polizei stand auf der Brücke und hat
nichts gemacht“.
18:43 Uhr: „Es war furchtbar, eine schreckliche Massenpanik. Die Leute
wurden an die Wände gedrückt. Wir haben noch versucht einige Frauen
herauszuziehen. Aber es ging weder vor noch zurück“, sagt Marvin Niggeloh, 19.

18:46 Uhr: Jemand spricht von 45 Verletzten. Die Polizei hält an der
Zahl 15 fest.
19.02 Uhr: Langsamer Abgang vom Loveparade-Gelände. Die Notausgänge
des Geländes wurden nach Angaben der Stadt Duisburg geöffnet. 120 Busse wurden
aktiviert, die die Teilnehmer ursprünglich erst in der Nacht nach Hause bringen
sollten. Auf der benachbarten Autobahn 59, die als Rettungsweg bereitsteht,
stehen zahlreiche Rettungswagen und viele Rettungshubschrauber bereit. zu sehen.

19.06 Uhr: Die Polizei Duisburg twittert: „i.Verl.1er MassenPanik sind
n.bisherigen Erk. 10 Personen getötet, zehn reanimiert und circa 15 verletzt
worden“
19.18 Uhr: Ein Polizeisprecher bestätigt Medienberichte nicht, wonach
sich die Zahl der Toten am frühen Abend auf 15, die der Verletzten auf 100
erhöht habe. Wenig später wird klar: Es sind mindestens 15 Menschen ums Leben
gekommen. Eine Sprecherin der Polizei Duisburg sagte, es handle sich um neun
weibliche und sechs männliche Teilnehmer. Man hört, es gebe 80 Verletzte.
20.10 Uhr: Die Pressekonferenz im Rathaus in Duisburg beginnt.
NRW-Innenminister Ralf Wegner: „Ich bin entsetzt und traurig, dass Menschen, die
unbeschwert feiern wollten, gestorben sind“, erklärte Jäger. „Mein ganzes
Mitgefühl gilt ihren Angehörigen und Freunden.“ Nach Angaben des Düsseldorfer
Innenministeriums reagierte der Krisenstab der Landesregierung unmittelbar auf
das Unglück und entsandte weitere Behandlungs- und Betreuungskräfte aus ganz
Nordrhein-Westfalen nach Duisburg. Der Oberbürgermeister von Duisburg Adolf
Sauerland spricht: „Das ist eine der größten Tragödien, die die Stadt jemals
erlebt hat“, sagt er. Zu den Vorwürfen, das Gelände sei nicht für die
Veranstaltung geeignet gewesen, sagt er: „Zum Zeitpunkt der Katastrophe war das
Loveparade-Gelände noch gar nicht gefüllt“.
Die Polizei hat eine Telefonnummer geschaltet, unter der sich Angehörige
von Opfern informieren können. Hotline: 0203/ 94000

Quelle: www.welt-online.de
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